Der gardasee verliert seine schilfgürtel: in 20 jahren werden sie vollständig verschwunden sein

21 April 2026

 

Die Schilfbestände des Gardasees haben ein Ablaufdatum: Sie könnten innerhalb von 20 Jahren verschwinden. Dies ist die Warnung von WWF Bergamo-Brescia: „Es handelt sich um einen echten Notfall“, erklärt der Ansprechpartner Paolo Zanollo. „In den letzten Jahrzehnten sind sie drastisch zurückgegangen – und das ist keine bloße Wahrnehmung: Eine Studie aus dem Jahr 2019 zum unteren Brescia-Teil des Sees hat gezeigt, dass sie zwischen 2009 und 2018 um 34,84 % zurückgegangen sind, was einem Verlust von über 66.000 Quadratmetern entspricht. Alle Schilfgebiete sind kleiner geworden oder ganz verschwunden. Ohne Maßnahmen drohen sie innerhalb von 20 Jahren vollständig zu verschwinden.“
 

Eine Studie wurde von der Fünf-Sterne-Bewegung durchgeführt, die fünf Makrogebiete von Salò bis Sirmione untersuchte. Die Gesamtfläche der Schilfgebiete betrug 2009 noch 190.281 Quadratmeter, 2018 jedoch nur noch 123.985 Quadratmeter (ein Verlust von 66.296 Quadratmetern, -34,84 %).
 

Die Karte der Zerstörung

Die am stärksten betroffenen Gebiete lagen zwischen Manerba und Desenzano (Verlust von 11.903 Quadratmetern, -43,94 %), zwischen Desenzano und Sirmione West (16.271 Quadratmeter weniger, -45,2 %) sowie Sirmione Ost (27.350 Quadratmeter weniger, -38,23 %). In einigen Gebieten gingen bis zu 75 % verloren, etwa in Padenghe, während andere (in Desenzano) vollständig verschwanden. Die Gemeinden Desenzano und Sirmione versuchten Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen, jedoch mit begrenztem Erfolg.
 

„Einzelne Maßnahmen reichen nicht aus, wenn die grundlegenden Ursachen nicht angegangen werden – und diese sind vielfältig“, fährt Zanollo fort. „Ungeklärte Abwässer, veraltete Kanalisation, Überlastungen, schwankende Wasserstände, mechanisches Mähen, Bebauung der Ufer sowie die Zunahme nicht heimischer Arten. Außerdem werden Reinigungs- und Müllbeseitigungsmaßnahmen fast ausschließlich von Freiwilligen und Vereinen durchgeführt.“
 

Wenn die Schilfbestände leiden, leidet das gesamte Ökosystem: „Schilf reinigt das Wasser, schützt die Ufer und dient als Kinderstube für Fische, wirbellose Tiere und Vögel. Ihr Verlust beschleunigt die Verschlechterung des Sees. Es braucht einen Plan für Forschung, Monitoring, regelmäßige Pflege, ein Verbot von Uferbebauung sowie gezielte Maßnahmen gegen Verschmutzung und Wasserschwankungen. Wenn wir jetzt nicht mit konkreten und kontinuierlichen Maßnahmen handeln, wird in wenigen Jahren nichts mehr zu retten sein.“


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