28 January 2026
„Mit großer Überzeugung habe ich im Senat einen Gesetzentwurf eingebracht, um den Gardasee als juristische Person anzuerkennen. Es handelt sich um einen Vorschlag, an den ich fest glaube, und der aus der Erkenntnis entstanden ist, dass der See heute neue und konkrete Instrumente zum Umweltschutz braucht.“
Dies erklärt die Südtiroler Grünen-Senatorin Aurora Floridia in einer Mitteilung.
„In vielen Teilen der Welt – von Spanien über Lateinamerika bis Neuseeland – wurden Orte von außergewöhnlichem natürlichen Wert bereits als juristische Personen anerkannt, um sie effektiv vor Verfall, Ausbeutung und kurzsichtigen Interessen zu schützen. Es ist an der Zeit, dass Italien eine Vorreiterrolle übernimmt.
Diese Anerkennung würde einen außergewöhnlichen Schritt darstellen und eine völlig neue Phase für das italienische Rechtssystem eröffnen, indem eine Institution eingeführt wird, die bisher in unserem Rechtssystem fehlte, und dies in voller Übereinstimmung mit den europäischen Vorschriften und der jüngsten Verfassungsreform zum Schutz der Umwelt, der Biodiversität und der Ökosysteme. Diese Prinzipien müssen nun in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.
Der Gardasee ist bedroht
„Der Gardasee – fährt Senatorin Floridia fort – ist heute unter Druck. Der Klimawandel und der Overtourismus setzen sein Gleichgewicht massiv unter Stress, eine Situation, die durch unkontrollierte Bautätigkeit und zunehmende Verschmutzung noch verschärft wird.
Die Folgen sind für alle sichtbar: die Verschlechterung der Wasserqualität, der Verlust natürlicher Lebensräume und des ökologischen Gleichgewichts sowie die Beeinträchtigung des landschaftlichen Wertes und der touristischen Nachhaltigkeit, was langfristig auch die wichtige lokale Tourismuswirtschaft gefährden könnte.
Den Gardasee als juristische Person anzuerkennen, bedeutet, ihm eigene Rechte zu verleihen: das Recht, seine Integrität zu schützen, sein natürliches Gleichgewicht zu bewahren und die Möglichkeit, rechtlich vertreten zu werden. Es ist ein notwendiger Paradigmenwechsel, um Herausforderungen zu begegnen, die nicht länger ignoriert werden können, und den Schutz des Gardasees in ein dauerhaftes Erbe für gegenwärtige und zukünftige Generationen zu verwandeln.“
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