17 September 2024
„Sie sind überall! Es gibt so viele von ihnen! Ein beeindruckendes Spektakel!“ So oder ähnlich lauteten in den letzten drei oder vier Tagen viele Meldungen, oft begleitet von Fotos, die an den Stränden des unteren Gardasees aufgenommen wurden und ein Massaker an Garnelen dokumentieren, das durch die Stürme der gerade zu Ende gegangenen Woche verursacht wurde, wobei die Winde Pelèr und Bali sogar über 60 Knoten erreichten. Bei den Opfern handelt es sich um die große Population fremder oder allochthoner Garnelen (eine Art amerikanischen Ursprungs), die sich in den letzten 30 Jahren in Norditalien angesiedelt haben.
Am stärksten betroffen waren die Strände in der Gegend von Brescia, von Desenzano bis Padenghe, die sich in wahre Friedhöfe dieser Krustentiere verwandelt haben, aber auch aus Peschiera, in der Gegend von Pioppi, kamen einige Meldungen: Der Sturm hat den Meeresboden auf den Kopf gestellt und diese Krustentiere auf Steine und Kiesel geworfen, so dass sie größtenteils tot oder betäubt vor den Kameras von Anwohnern und Touristen zurückblieben, beeindruckt von einem ungewöhnlichen und grausamen Schauspiel.
Eine schädliche Art
„Aber es ist weder ungewöhnlich noch grausam“, erklärt der WWF Brescia-Bergamo: “Es handelt sich nicht um eine ökologische Katastrophe, sondern um das Gegenteil: Diese Garnelen gehören zu einer allochthonen Art, der aus Amerika eingeführten Lousiana-Garnele, die leider über starke Anpassungsfähigkeiten in Ökosystemen verfügt, die sie verwüstet: Sie konkurriert mit den einheimischen Arten, indem sie die Eier frisst und das Leben auch für die einheimischen Garnelen unmöglich macht.
Ein Phänomen, nämlich das Anlanden großer Mengen von Flusskrebsen, das im unteren Gardaseegebiet bei starkem Seegang bereits häufig beobachtet wurde.
Aber so zahlreich wie in den letzten Tagen hatte man sie schon lange nicht mehr gesehen: ein Zeichen dafür, dass die Art eine Art demografischen „Boom“ erlebt hat.
Man könnte sagen, dass der Wind aus Bali eine für das Ökosystem schädliche Präsenz ausdünnt. Der Louisianakrebs (procambarus clarkii) kam in den 1990er Jahren nach Italien, zwischen Geschichte und Legende: Er wurde zur Zucht als Nahrungsmittel importiert (er ist gut zum Essen), floh aber massenhaft aus dem Teich von Massaciuccoli in der Toskana, wo er gezüchtet wurde, und eroberte ganz Italien.
Die amerikanische Invasion
Dies ist jedoch nicht die einzige amerikanische Flusskrebsart, die auf die eine oder andere Weise im Gardasee vorkommt. Eine weitere Art ist der Orco-nectes limosus, gemeinhin als „amerikanischer Flusskrebs“ bekannt, der zwar häufig gesichtet wird, aber nicht in der gleichen Anzahl wie der Lousiana-Krebs. Ein weiterer unwillkommener Gast ist die Florida-Garnele, Procambarus alleni, deren Vorkommen im vergangenen Jahr vom WWF entdeckt und bestätigt wurde. V.R.
Lesen Sie den Artikel in: L'Arena Dienstag, 17. September 2024