08 June 2026
Ein Anteil der Kurtaxe soll den Olivenanbau unterstützen, der eine tragende Säule der Landschaft des Oberen Gardasees darstellt und als öffentliches Gut verstanden wird, das durch den Tourismus wirtschaftlichen Nutzen schafft. Diesen Vorschlag unterbreitet eine Gruppe von Olivenbauern. „Am 8. Mai fand im Mehrzwecksaal A. Castellani in Gargnano eine ebenso wichtige wie notwendige Veranstaltung zum Olivenanbau im Brescianer Oberen Gardaseegebiet statt. Der Zustand des Olivenanbaus spiegelt weitgehend den Zustand der Olivenhaine wider: Sie werden immer weniger gepflegt oder sogar aufgegeben. Häufig werden sie schlecht behandelt, wenn ihre Pflege vermeintlichen Motorsägen-Profis statt erfahrenen Olivenbauern anvertraut wird. Dies gilt auch für öffentliche Olivenhaine, die eigentlich Vorbildcharakter haben könnten und sollten. Leider verlieren Olivenbäume zunehmend an Attraktivität. Die Erträge schwanken immer stärker aufgrund zahlreicher Schädlinge, deren Ausbreitung durch den Klimawandel begünstigt wird. Ein großer Teil des lokalen Olivensektors überlebt heute dank engagierter Liebhaber statt professioneller Landwirte – Menschen, die aus Leidenschaft zu „Olivenhütern“ werden. Die Pflege von Olivenbäumen, insbesondere in Bergregionen, bietet heute nur noch eine Gewissheit: viel Arbeit, ohne eine realistische Aussicht auf Einkommen. Früher sagte man im Dialekt: „Das hält nur so lange, bis die Alten nicht mehr da sind.“ Nach vielen Warnzeichen scheint diese Zeit nun tatsächlich gekommen zu sein. Trotz zahlreicher Aufforderungen haben die einzelnen Gemeinden bislang weder den Willen noch die Kraft aufgebracht, eine gemeinsame Strategie für das gesamte Gebiet zu entwickeln, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Vielleicht auch deshalb, weil Olivenhaine nicht als landwirtschaftliche und natürliche Ressource angesehen wurden, sondern als Hindernis für Bodenumwandlungen, die durch Baugenehmigungen Geld in die Gemeindekassen brachten. Auch auf der Tagung wurde die wichtige Rolle der Olivenhüter bei der Erhaltung der Olivenhaine bestätigt, die das Landschaftsbild des Oberen Gardasees prägen. Dieses Landschaftsbild wird vom Tourismussektor intensiv für Marketingzwecke genutzt, jedoch nur wenig direkt geschützt. Olivenöl von außerhalb zu kaufen, wenn die lokalen Bäume nichts produziert haben, hilft zwar einem Teil der Wertschöpfungskette, unterstützt jedoch den Olivenanbau am Gardasee in keiner Weise. Um brachliegendes Produktionspotenzial wieder zu aktivieren, müssen zunächst all jene Olivenhüter gehört werden, die täglich körperliche, finanzielle und geistige Energie in die Erhaltung des Olivenanbaus investieren. Als Beispiel nennen wir die laufenden Projekte zur Vermehrung und Wiederanpflanzung lokaler Sorten aus jahrhundertealten Olivenbäumen, die in Zusammenarbeit mit Mattia Omezzoli von den Baumschulen Vivai Omezzoli in Riva durchgeführt werden. Deshalb halten wir es für wichtig, dass Vertreter dieser Olivenhüter auch an den technischen Arbeitsgruppen des unterzeichneten Protokolls beteiligt werden. Die Veranstaltung wurde von Franceschino Risatti eröffnet, Bürgermeister von Limone und Präsident der Berggemeinschaft und des Naturparks Alto Garda Bresciano. Gemeinsam mit Aipol und GAL wurde ein Aktionsplan angekündigt und ein Kooperationsprotokoll unterzeichnet, um Lösungen für die bestehenden Probleme zu finden. Die Referenten erläuterten die Geschichte der Olivenhaine und die bestehenden Schutzmaßnahmen. Zugleich wiesen sie auf die zahlreichen Probleme hin, darunter Pflanzenkrankheiten und das geringe Interesse junger Menschen am Olivenanbau, der im Gegensatz zu anderen Bereichen der Landwirtschaft kein gesichertes Einkommen bietet. Nicht ausdrücklich angesprochen wurde jedoch der Mangel an einer starken gemeinsamen Vision, die ausreichend Energie und finanzielle Mittel – auch öffentliche Gelder – mobilisieren könnte, um diese Form der „heroischen Landwirtschaft“ zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund schlug Dr. Morten von der E.-Mach-Stiftung vor, die notwendigen Mittel zur Unterstützung von Olivenbäumen und Landschaft aus den Einnahmen der Kurtaxe zu finanzieren. Mit anderen Worten: weniger Feuerwerk und mehr Landschaftspflege. Anstatt unnötige Veranstaltungen zu finanzieren, sollten öffentliche Mittel in ernsthafte Projekte fließen, die von wirklich engagierten Menschen umgesetzt werden. Wir hoffen, dass dieser Vorschlag, der bereits in der Vergangenheit gemacht wurde, endlich Gehör findet, um die Aufgabe unserer jahrhundertealten Olivenbäume zu verhindern und jungen Menschen einen Anreiz zu geben, dieses wertvolle Erbe unserer Vorfahren für kommende Generationen zu bewahren. Zu diesem Einsatz sind wir bereit, unseren Beitrag zu leisten.“ Unterzeichnet: Eine Gruppe von Olivenhütern (OliviCultori)Der Olivenanbau bietet kein gesichertes Einkommen mehr
Die Untätigkeit der öffentlichen Verwaltungen
Kleine Projekte gegen die Aufgabe der Olivenhaine
Das Treffen in Gargnano
Mittel aus der Kurtaxe?
Lesen Sie den Artikle: https://www.gardapost.it/2026/06/07/oliveti-a-rischio-abbandono-la-proposta-usare-limposta-di-soggiorno-per-sostenerli/